„Der Traum des Harlekin“

Vernissage: Donnerstag, 1.Dezember 2016 um 19 Uhr, Bilder-Bethge in der Meister-Eckehart-Straße 4, 99084 Erfurt

Jost Heyder
Malerei + Grafik

Hans Peter Mader
Skulptur

Jost Heyder & Hans Peter Mader

Wovon träumt der Harlekin, wenn er seiner bunten Phantasie – und Alltagswelt der Rollenspieler, der Gauner und Akrobaten entflieht? Sind es die kleinen und großen Wünsche und Hoffnungen, die Ängste und Sehnsüchte, die auch in unseren Träumen sind? Träumen wir nicht bisweilen heimlich davon, uns so wie er spontan, anarchisch und ohne Rücksicht auf Konventionen zwischen den gegensätzlichen Polen der Verhaltensnormen frei zu bewegen? Wovon also träumt der Harlekin? Er ist ein Geschöpf unserer Erfindung, der Harlekin, er wird auch unsere Träume träumen. Es ist das das Privileg der Kunst, die reiche und inspirierende äußere Welt, die uns umgibt, durch eine unendlich reiche innere Welt zu ergänzen und ihr Form und Gestalt zu geben.

Zwei Künstler haben sich aus erfreulichem Anlass zu einer ersten gemeinsamen Ausstellung zusammengefunden. Der Maler und Grafiker Jost Heyder und der Keramiker Hans-Peter Mader gehören seit Jahren zu den wichtigsten der in Thüringen schaffenden Künstler, deren Spuren wir weit über unser Land hinaus verfolgen können.
Jost Heyder hat sein künstlerisches Rüstzeug an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Bernhard Heisig, Arno Rink und Gerhard Kettner bekommen und daraus seine ganz eigene, unverwechselbare Bildsprache entwickelt. Das thematische Spektrum seiner Arbeit ist breit gefächert. Da sind seine ungemein dichten Porträts, in denen es um die Persönlichkeit der Porträtierten geht, um Charakter und nicht selten den künstlerischen Ausdruck für gelebtes Leben. In seinen oft mediterranen Landschaften fängt er das geradezu sinnlich erfahrbare Atmosphärische durch strenge, aber sparsame Bildkonstruktionen ein.
Aus der Erotik seiner meist leicht und locker skizzierten, gezeichneten und gemalten Frauenakte spricht sein – wie er selbst sagt Harmoniebedürfnis. Sie sind wohl ausnahmslos als Huldigung an die Schönheit des Weiblichen zu verstehen und genau so nachzuempfinden. In seinen figurativen Kompositionen aber taucht er immer wieder ein in die Welt der Gaukler und Komödianten, der Harlekine und der Marionetten, der Lautstarken und der Stillen der guten und der bösen Clowns, in das Welttheater, in dem vielleicht auch wir uns wiederfinden.

Was verbindet zwei auf den ersten Blick so verschiedene Künstler miteinander? Beide sind sie feine und aufmerksame Beobachter der sie umgebenden Welt. Beide sind sich ihres Handwerks sichere, intensive und kreative Arbeiter, und beiden ist das Figurative unverzichtbar in ihrer künstlerischen Arbeit.

Der Architekt Hans-Peter Mader tauschte zu Beginn der 80er Jahre die Sicherheit einer festen Anstellung an der Weimarer Hochschule gegen die größere Eigenständigkeit und persönliche Freiheit verheißende Arbeit als Keramiker ein.
Hans-Peter Mader ist heute auf einem erstaunlich großen Wirkungsfeld auch als Restaurator, Landschaftsgestalter und architekturbezogener Künstler erfolgreich tätig. Neben seiner Gefäßkeramik, der Gestaltung geometrischer Objekte in Steinzeugbrand oder in Raku-Technik und seinen keramischen Wandgestaltungen nahm sehr früh schon das Figürliche Platz in Maders Schaffen ein. Akte, Torsi und immer wieder die schlanke, stelenartig emporwachsende Figur, deren Verletzlichkeit durch die spröde, rissige Oberfläche betont wird. Die lebendige Zwiesprache zwischen der Geometrik der Figur und der Oberflächenstruktur ist ein wesentlicher Teil seines künstlerischen Anliegens. Ihr versucht er auch im Experiment beständig überzeugender nahezukommen. Er bedient sich dazu der verschiedensten Inkrustierungen und Rissstrukturen, Engobenmalerei-en, schriftartiger grafischer Strukturen oder Intarsientechniken. Und auch Mader ist immer wieder dem Leben auf der Spur. Der Kraft und dem Ungestüm des Stiers wie der Vielschichtigkeit des Menschen.

Mader gibt dem Einhorn Gestalt, in dessen Fabelwesen sich über Jahrtausende die menschlichen Traumvorstellungen konzentrierten, dem Narren in all seiner Schlichtheit und in all seiner Tiefgründigkeit und Raffinesse, und bisweilen auch der menschlichen Hybris, wie bei seiner „Fahrt ins Blaue. Da treffen sich Jost Heyder und Hans-Peter Mader wieder im Titel ihrer gemeinsamen Ausstellung, beim Traum des Harlekins und bei den Träumen der Menschen.

Karl-Heinz Hänel

Biografie Jost Heyder
1954 in Gera geboren
1973 Abitur in Gera
1975-80 Studium Malerei und Grafik an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Prof. Arno Rink und Prof. Bernhard Heisig Diplomabschluss
1980 Freischaffend in Eisenach
1981 Studienreise Kuba
1982-84 Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Prof. Gerhard Kettner
1982 Mitglied im VBK-DDR
1989-91 Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin bei Prof. Wieland Förster
1990 Mitglied im VBK Thüringen/BBK
1993 Seminarleitung für Malerei/Grafik an der Gesamthochschule Wuppertal
1994 Umzug nach Erfurt, Atelier in Eisenach Vorstandsmitglied im VBK Thüringen/BBK
2006 Umzug ins Atelier in der Kunsthalle Arnstadt
2008 Fertigstellung der vier Großformate
Das Urteil des Paris, Torbogen auf Korfu,
Toskanische Stadt, Ägäische Bucht
2009 Bildnis Christine Lieberknecht (Ministerpräsidentin Thüringen)
2010 Beteiligung am Salon du carrousel du Louvre,
Paris, Prix Späcial
Portrait Dr. Theodor Heuss im Auftrag
des Bundespräsidialamtes zu Berlin
Arbeitsstipendium des Freistaates Thüringen
2011 Gemälde „Der Dom zu Erfurt“ als Geschenk des Landes Thüringen an Papst Benedikt XVI.
2012 Bildnis G. F. Händel für Bachhaus Eisenach
2013 Portrait Frau Prof. Dagmar Schipanski Portrait Dr. Luc Jochimsen
2014 Studienreisen in die Provence, Frankreich
2016 Plakat „White Turf 2016″ St. Moritz, Schweiz

 

Biografie Hans Peter Mader

1951 in Nordhausen geboren
1970 Abitur und Facharbeiter für Maschinenbau
1978 Abschluß als Dipl.-Ing. Architekt;
Zusatzstudium an der Kunsthochschule Berlin-
Weißensee (Plastik/Keramik)
1978-1981 Assistent im künstl. Bereich der Hochschule
für Architektur Weimar,
Seminarleiter in der künstlerischen Grundla-
genausbildung der Hochschule
ab 1982 selbständig als Keramiker und Plastiker
seit 1994 Sprecher der Künstlergruppe Hohenfelden

Mitglied im Verband Bildender Künstler
Thüringen e.V./BBK
Gründungsmitglied und Mitglied im Bund
Thüringer Kunsthandwerker e.V./BK

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