Markus Lüpertz

Beschreibung

Lüpertz ist Maler, Grafiker und Bildhauer. Er wird wegen seines egozentrischen Auftretens und seines extravaganten Lebensstils auch als Malerfürst bezeichnet. Er zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern seiner Generation. In den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelte er mit Künstlern wie Karl Horst Hödicke den kritischen Realismus. Lüpertz hat mit seinen Skulpturen, Kirchenfenstergestaltungen und künstlerischen Aktionen nicht nur maßgeblich in den öffentlichen Lebensraum gewirkt, sondern sein Werk wird auch bis heute kontrovers diskutiert und ist mit Fragestellungen nach einem gewandelten Kunstverständnis und Künstlerbild verbunden.

Von Beginn an widmete sich Markus Lüpertz neben der bildenden Kunst auch der Lyrik, der Prosa, der Musik und dem Theater. Sein Werk umspannt einen Zeitraum von fast 50 Jahren und reicht von der Anti-Malerei nahe der Pop Art der 1960er-Jahre bis zur Auseinandersetzung mit der klassischen Malerei in den vergangenen Jahrzehnten.

Vita

Geboren
26. April 1941 in Reichenberg (heute Liberece) in Böhmen

1948
Übersiedlung mit der Familie nach Rheydt im Rheinland

1956-1961
Studium an der Werkkunstschule Krefeld bei Laurens Goosen und an der Kunstakademie in Düsseldorf Studienaufenthalt im Kloster Maria Laach, Arbeit als Bergmann und in der Fremdenlegion

1961
in Düsseldorf als freischaffender Künstler

1962-1968
Übersiedlung nach Berlin. Beginn der „dithyrambischen Malerei“: Gestaltung gegenständlicher Motive des Alltags in expressiver Form als Kontrapunkt zur abstrakten Malerei mit Karl-Heinz Hödicke u.a.
Gründung der Künstlergalerie „Großgörschen 35“

1970
als Stipendiat der Villa Romana in Florenz

1974-1975
Organisation der 1. Biennale in Berlin
Erscheinen des ersten Gedichtbandes „9 x 9“

1976
Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe (bis 1987)
Beginn der „Stil-Malerei“: Annäherung an die Abstraktion

1982
Teilnahme an der documenta 7 in Kassel

1983
Professur an der Sommerakademie Salzburg

1984
Aufenthalt in New York

1985
Auseinandersetzung mit antiken Themen und den Gemälden von Camille Corot sowie Nicolas Poussin

1986
Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, seit 1988 auch deren Rektor (bis 2009)
Skulptur „Titan“, gefolgt von weiteren Großskulpturen für den öffentlichen Raum („Krieger“, „Mercurius“, „Daphne“, „Hercules“)

1993
Beginn der Werkreihe „Männer ohne Frauen – Parsifal“ (bis 1997) ab 1989 neben Gemälden Tätigkeit als Bühnenbildner und Kostümentwerfer für Oper und Theater sowie Gestalter von Kirchenfenstern, als Jazz-Musiker und Herausgeber einer Kunst- und Literaturzeitschrift

1997
Zyklus der „Landschaftsbilder“

2001
Gestaltung des rundumlaufenden Wandbildes „Die sechs Tugenden“ im Eingangsbereich des Bundeskanzleramtes in Berlin mit der Bronze „Die Philosophin“ im Foyer.

2002
Werkschauen im IVAM Centre Julio Gonzalez, Valencia und im Museum Würth, Künzelsau

2004
IV. International Prize „Julio González“

2005
Enthüllung der Plastik „Adler“ im Bundesgerichtshof Karlsruhe und der Plastik „Hommage an Mozart“ in Salzburg.

2006
Doktor honoris causa der Kunstakademie Breslau (Wroclaw)

2009
Aufstellung der Monumentalskulptur „Apoll“ in Bamberg

2009-10
„Markus Lüpertz – Retrospektive“, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Lebt und arbeitet in Berlin, Düsseldorf und Karlsruhe

Markus Lüpertz Grafiken  “Mykenisches Lächeln” 2013

2013 – Holzschnitte
Format (H x B): je 100 x 70 cm
Auflage: 10 Mappenwerke

Die Original-Mappe „Zehn Holzschnitte zum Mykenischen Lächeln“ entstand 1985/1986 (im Werkverzeichnis Nr. 287 – 296) und damit im Zeitraum der ersten Annäherung des Künstlers an die Druckgrafik überhaupt (Anfang der 1980er Jahre). Sie folgen einer fast gleichnamigen Serie großformatiger Gemälde („Bilder über das mykenische Lächeln“ [1985]), konzentrieren sich jedoch ausschließlich auf die mykenische (archaische) Gesichtsmaske, so dass sie keine weitere Erzähl- oder Handlungsebene besitzen, wie etwa die Gemälde. Ihre zurückhaltende Farbigkeit (Braun- und Weißtöne auf schwarzem Fonds) sowie das reduzierte Spiel der Formen stellen die Gesichter in den Mittelpunkt. Beachtenswert ist, dass Lüpertz das Lächeln sowohl in den Gemälden als auch in den Grafiken teils mit geschlossenen – zumindest nicht mit als offen erkennbaren – Augen kombiniert. Der Ästhetikprofessor Bazon Brock meint dazu: „Wird das mykenische Lächeln, wie hier bei Lüpertz, mit geschlossenen Augen kombiniert, verstehen wir den Gesichtsausdruck als Hinweis auf ein innerlich geschautes, ein Vorstellungsbild, wie es Träumenden oder ‚friedlich Entschlafenen‘ ablesbar ist“. Zumindest verleihen die geschlossenen oder auch unbelebten Augenhöhlen (ein Eindruck, der sich ebenfalls aufdrängt) den silhouettenhaften Köpfen einen erhabenen, fast der Welt entrückten Ausdruck.

Markus Lüpertz Skulptur “Odysseus” 2014

2014 – Bronze, handübermalt
Format (H x B x T): 35 x 18 x 20 cm
Auflage: 45 arabisch nummeriert, zzgl. E.A. signiert, nummeriert und gestempelt

Markus Lüpertz erweitert mit dieser Arbeit den Kreis seiner Bronzeskulpturen um einen weiteren Helden aus dem mythischen Griechenland. Odysseus zählt zu den bekanntesten griechischen Heroen des trojanischen Krieges. Wie Homer in seiner Illias zu berichten weiß, überstand er die Abenteuer während seiner Irrfahrt nach dem Sieg über Troja vor allem durch den Einsatz seines außergewöhnlichen Verstandes und wegen seines großen Listenreichtums.